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Salsa Romantica

Die ersten Versuche, den Salsa wiederzubeleben, kamen 1984 von Louie Ramirez, Ray de la Paz, Isidro Infante und José Alberto. Sie kombinierten romantische Boleros mit upbeat Salsa-Melodien und erschufen den "Salsa Romantica". Diese Stilrichtung wurde von anderen Bands übernommen, die jedoch nicht nur romantische sondern auch anzügliche und zweideutige Texte sangen und den "Salsa Erotica" ins Leben riefen. Diese beiden Genres wurden in dieser Zeit jedoch kaum wahrgenommen, andere lateinamerikanische Rhythmen bestimmten den Markt, wie Merengue, Latin Hip Hop und die Crossover Musik.

Erst als Ralph Mercado, der ehemalige Manager des Cheetah-Clubs RMM gründete, blühte der Salsa wieder auf. Dies hing auch damit zusammen, dass RMM das Monopol auf die lateinamerikanische Musik mit seinen Subdivisionen Tropjazz (Latin-Jazz), SoHo Latino (Latin Dance), RMM Rock (Latin Rock), Merengazo (Merengue) und RMM (Salsa) besass. Der Produzent für die Salsadivision RMM wurde Sergio George und er erweckte den Salsa sozusagen wieder zum Leben. Wie in den besten Fania-Zeiten, waren alle berühmten Musiker von Tito Puente bis Oscar D'Leon unter einem Dach und Fach. So spielten die Musiker des RMM in den Stadien von New York, Miami und San Juan. Der grösste Wurf gelang RMM und Sergio George 1993, als sie das erste Album von Marc Anthony vorstellten und somit ein neues Zeitalter des Salsa Romantica einläuteten. Noch heute wird dieser romantische Salsa der 90er Jahre an den Stränden in Südamerika rauf und runter gespielt.

Ich schliesse mich hier gerne der Meinung von DJ Michael an, der auf seiner grossartigen Webseite folgendes schreibt: "Meiner Meinung nach führte der grosse, weltweite Erfolg der kubanischen Timba auch zu so etwas wie einer Rückbesinnung bei den Puertoricanern. Irgendwie merkten sie, dass Salsa-Romantica nicht das Ende des Weges sein konnte. Auch der Erfolg vieler kolumbianischer Gruppen, die nie auf der Salsa-Romantica Welle mitschwammen, mag dazu beigetragen haben. Erwähnt seien hier Joe Arroyo (Rebelion!) oder Fruko - auch Niche, Sonora Carrusseles oder Grupo Gale."

Diese Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln war das Projekt "Spanish Harlem Orchestra", welches das New Yorker Pendant zu "Buena Vista Social Club" ist. Sie spielen den Salsa der ersten Stunde, ihre Musik aus dem El Barrio, den Salsa Brava. Zusammen mit Wayne Gorbea, Jimmy Bosch, Son Boricua und vielen weiteren läuteten sie die Rückkehr des Salsa zu seinem Ursprung ein. Unterstützt wurde die Bewegung zusätzlich, als 2006 Emusica die Rechte von Fania aufkaufte und viele verloren geglaubte Masterbänder wieder auftauchten und digitalisiert wurden.

Heute haben wir den Luxus, dass uns der Salsa in all seinen Variationen offen zur Verfügung steht. Es sind nach wie vor die traditionellen Salsaländer wie Kolumbien, Venezuela, Puerto Rico, USA (NY, Miami, LA) und Kuba, die den Ton angeben. Einer der wichtigsten Abnehmer ist aber Europa mit seiner vielfältigen Szene.

Fin....